Die Kunst deines Nachbarn VII

Zwischenwelten – Junge Kunst von nebenan

Unter dem Titel „Die Kunst deines Nachbarn“ ist alle zwei Jahre, im Rahmen der Interkulturellen und Interreligiösen Wochen des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen, eine Ausstellung in der Städtischen Galerie zu sehen, die sich bisher jedes Mal mit einem anderen Land beschäftigt hat. In diesem Jahr ist sie international: Fünf junge Künstlerinnen und Künstler mit Migrationshintergrund aus dem Landkreis Pfaffenhofen zeigen unter dem Titel „Zwischenwelten – Junge Kunst von nebenan“ einige ihrer höchst unterschiedlichen Werke. Kuratiert wird die Ausstellung von der IKVP-Vorsitzenden Marita Emrich und der Künstlerin Carine Raskin-Sander.

Die fünf jungen Künstlerinnen und Künstler arbeiten in verschiedenen Techniken und ihre Werke zeigen ganz unterschiedliche Ansätze.

Lea Ndreka ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und hat deutsch-albanische Wurzeln. Sie hat Kommunikationsdesign, Kunst- und Kulturgeschichte an der Technischen Hochschule Augsburg studiert und ihren Master in Design & Change an der Linnaeus Universität in Växjö/Schweden gemacht. Sie arbeitet jetzt als Brand Managerin in Leipzig. Ihr besonderes Interesse gilt der nachhaltigen Entwicklung.

Ihre künstlerische Praxis sieht Lea als leisen Dialog mit sich selbst, als Versuch zu verstehen, wie sie sieht, spürt, erinnert. In Malerei und Zeichnung öffnet sie Zwischenräume: das Hier und Jetzt, den Zufall, das Dazwischen von Menschen, Gedanken und Gefühlen.

Daria Zemerova ist in Portugal geboren und hat russisch-ukrainische Wurzeln. Seit 2012 lebt sie in Geisenfeld. Sie stammt aus einer Künstlerfamilie – die Mutter Lyudmyla Storozhenko stellte selbst einen Teil ihrer Kunstwerke bei der „Kunst deines Nachbarn“ 2024 in Pfaffenhofen aus. Daria studiert an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt Kunstpädagogik und Germanistik.
Sie arbeitet mit zahlreichen Techniken – Zeichnung, Malerei, Keramik, Linolschnitt, Kaltnadel-Druck Zyanotypie oder digitale Malerei – und findet gern verschiedene Wege, ihre Kunst auszudrücken. In der Ausstellung „Zwischenwelten“ zeigt sie vorwiegend Drucke und gemalte Bilder, aber auch eine Keramik und einen kleinen Teppich. 

Dinah-Charles Francis ist ein bayerisches Mädchen mit nigerianischen und kroatischen Wurzeln. Diese verschiedenen kulturellen Einflüsse prägen ihre Sicht auf die Welt. Nach einem Kommunikationsdesign-Studium an der Designschule München studiert sie jetzt Fotografie an der Royal Academy of Art in Den Hague/Niederlande.

Durch Fotografie versucht sie Barrieren abzubauen, und durch Mode zeigt sie, dass Stil kein Statussymbol ist, sondern eine Sprache des Charakters. Ihr Ziel ist es, Räume zu schaffen, visuelle, physische und kulturelle, in denen Menschen sich selbst neu sehen können. Viel Aufmerksamkeit hat Dinah-Charles Francis im vergangenen Jahr gemeinsam mit ihrer Kommilitonin Amiera Harithas bekommen, denn ihr Entwurf wurde als Oktoberfest-Plakat 2025 ausgewählt.

Hanna Laura Emrich ist in Pfaffenhofen geboren und hat deutsch-rumänische Wurzeln.
Sie war Mitglied des Neuen Pfaffenhofener Kunstvereins und stellte 2024 und 2025 zusammen mit ihren Kunstfreunden in der Jahresausstellung des Kreativquartiers einige ihrer Werke aus. Zurzeit studiert sie Kunst und Multimedia an der LMU. 
Ob Malerei, Zeichnungen oder Fotografie – Hanna ist immer wieder fasziniert von Farbgestaltung und Verzerrung der Realität. Obwohl sie Objekte gern realistisch darstellt, haucht sie ihren Bildern erst durch surreale, harte Farbkontraste Leben ein. In Pfaffenhofen zeigt sie Fotografien sowie Zeichnungen mit Tusche, Buntstift und Acryl.

Loris van den Beld hat französische und holländische Wurzeln. Er ist in Pfaffenhofen und Scheyern zur Schule gegangen und studiert jetzt Digital Media und Print an der Hochschule München.
Seine Leidenschaft für Fotografie hat Loris schon mit neun Jahren durch seinen Vater entdeckt und seitdem immer weiter ausgebaut. Mit seinen Fotos will er die Betrachter anregen, ihre eigenen Erfahrungen damit zu verknüpfen. Egal wie banal oder komplex ein Foto auch sein mag, das Ziel bleibt immer gleich: Gefühle in Menschen auszulösen und zum Nachdenken anzuregen.

  • Die Vernissage beginnt am Samstag, 2. Mai, um 19.30 Uhr in der Städtischen Galerie im Haus der Begegnung. Anschließend kann die Ausstellung vom 3. Mai bis 7. Juni besichtigt werden.
  • Am Eröffnungsabend übernimmt Kulturreferent Reinhard Haiplik die Begrüßung der Gäste, und Carine Raskin-Sander gibt eine Einführung in die Ausstellung. Auf dem Programm stehen außerdem eine Tanzvorführung von Viktoria Hartmann und Musik von Anastasia Lytvin (Querflöte – 1. Preis beim Landeswettbewerb und 2. Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ ) und Markiian Lytvin  (Klarinette)
  • Am Samstag und Sonntag, 6./7. Juni, sind die Künstlerinnen und Künstler selbst in der Ausstellung anwesend.
  • Zu Führungen durch die Ausstellung lädt Carine Raskin-Sander an zwei Sonntagen, 10. und 31. Mai, jeweils um 16 Uhr ein.
  • Hanna Emrich bietet am Samstag, 6. Juni, von 15 bis 17 Uhr einen Workshop „Zeichentechniken“ an.

(Foto oben: Lea Ndreka, Que-Linh, digitale Zeichnung)

Daria Zemerova, Keramik „Weisheit“
Das Münchner Wies’nplakat 2025 wurde von Dinah-Charles Francis und Amiera Harithas gestaltet.