Vor 18 Jahren, im Februar 2008, hat der Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Für den albanisch-deutschen Kulturverein Sali Çekaj ist das immer wieder ein guter Grund zum Feiern. So auch am 7. Februar 2026, als der Verein seine Mitglieder und einige deutsche Gäste in den Stockerhof eingeladen hatte, um mit Ansprachen und Gedichten, Musik und viel Tanz die Unabhängigkeit zu feiern.
Die aus dem Kosovo stammenden Mitglieder des Vereins Sali Çekaj sind, wie die allermeisten Kosovaren, albanischer Abstammung. Sie fühlen sich keineswegs als Serben, sondern vielmehr als Albaner, wobei etliche von ihnen längst die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben. Und so begann die Feier im Stockerhof mit drei Hymnen – der kosovarischen, der albanischen und der deutschen Nationalhymne.
Argent Ferizi, der Vorsitzende des Vereins, konnte einige Gäste besonders begrüßen, darunter die Generalkonsulin der Republik Albanien in München, Gentiana Mburimi, den bayerischen Integrationsbeauftragten Karl Straub, den Münchener Stadtrat Delija Balidemaj, die Vorsitzendes des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen, Marita Emrich, und ihren Amtsvorgänger Sepp Steinbüchler. Ferizi ging kurz auf die Vorgeschichte der Unabhängigkeit des Kosovo ein, und einige Jugendliche des Vereins trugen dazu Texte und Gedichte vor.
Gentiana Mburimi hob in ihrem Grußwort hervor, dass solche Feiern wichtig seien, um die Traditionen, die Kultur und die Sprache der Heimat an die junge Generation weiterzugeben. Sie bezeichnete es als wichtig, dass die Albaner sich am Wohnort integrieren, aber trotzdem ihre Traditionen bewahren. Karl Straub attestierte den Mitgliedern von Sali Çekaj „tolle Arbeit“, da sie sich nicht nur im Landkreis Pfaffenhofen und ganz Bayern, sondern auch in ihrer Heimat engagieren. „Sie sind ein fester Bestandteil Bayerns, und wir sind froh, dass Sie hier sind“, betonte Straub.
Das bestätigte auch Delija Balidemaj, da der Verein seit über 20 Jahren großartige humanitäre Arbeit in der Heimat leiste. Die Verdienste von Sali Çekaj um die interkulturelle Arbeit in Pfaffenhofen hob Sepp Steinbüchler hervor. So habe der Verein schon vor 20 Jahren bei der Vorbereitung der ersten Interkulturellen Wochen in Pfaffenhofen tatkräftig mitgewirkt und sei von Anfang an ein fester Bestandteil des Internationalen Kulturvereins. Ein besonderes Zeichen hatte Sali Çekaj vor zehn Jahren mit der Aufstellung der Mutter-Teresa-Statue auf dem Platz neben der Pfaffenhofener Stadtpfarrkirche gesetzt. Und nicht zuletzt unterstützen die Mitglieder seit Jahrzehnten bedürftige Landsleute in ihrer Heimat, wo sie im Jugoslawienkrieg zerstörte Wohnhäuser wiederaufgebaut bzw. neu gebaut haben.
Eine beliebte Gruppe des Vereins, die schon öfter in Pfaffenhofen einen Einblick in die Kultur ihrer Heimat gegeben hat, ist die Kinder- und Jugendtanzgruppe unter der Leitung von Shemsi Haziri und Rafet Muli, die auch an diesem Abend in ihren rot-weißen Trachten traditionelle albanische Tänze aufführte.
Später kamen dann zu den typischen Reigentänzen viele Besucher – und vor allem Besucherinnen – auf die Tanzfläche. Für die richtige Stimmung sorgte dabei die im Kosovo recht bekannte Musikgruppe „Vellezerit Mziu“, zu Deutsch „Fünf Brüder“. Die beiden Sänger und drei Musiker sind wirklich fünf Brüder, die direkt aus Theranda nach Pfaffenhofen angereist waren.





