Am Baum der Religionen im Pfaffenhofener Bürgerpark findet am Mittwoch, 17. Juni, um 19.30 Uhr das alljährliche interreligiöse Friedensgebet der örtlichen Kirchen und Religionsgemeinschaften statt. Musikalisch wird es vom Gospelchor Voices of Joy gestaltet.
Pünktlich dazu haben Ehrenamtliche des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen (IKVP) den Baum der Religionen an der Ilmbrücke im Bürgerpark mit 113 bunten Bändern geschmückt. Die 113 Bänder stehen hier für die Menschen aus 113 Nationen, die derzeit in Pfaffenhofen leben.
Das Friedensgebet findet im Rahmen der Interkulturellen und Interreligiösen Wochen und des Kultursommers statt. Der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP) lädt dazu alle Interessierten herzlich ein.
Das Bild zeigt (von links) Shemsi und Hajdin Haziri sowie Ardian Ndreka beim Schmücken des Baumes der Religionen mit 113 bunten Bändern.
Zum mittlerweile 9. Mal veranstaltet der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP) in diesem Jahr Interkulturelle und Interreligiöse Wochen. Das vielfältige Programm umfasst wieder eine ganze Reihe von Veranstaltungen vom Frühjahr bis in den Herbst, die zum Teil von mehreren Mitveranstaltern mitgestaltet werden. Wie gewohnt sind alle Interessierten bei freiem Eintritt eingeladen (nur im Kino müssen Karten gekauft werden).
Eröffnet wurden die Interkulturellen Wochen bereits am 6. März mit dem gemeinsamen Fastenbrechen von Muslimen und Christen in der Moschee an der Hohenwarter Straße.
Als nächste Veranstaltung steht am Sonntag, 19. April, von 11 bis 19 Uhr der Frühjahrs-Kermes an der Moschee an der Hohenwarter Straße auf dem Kalender. Die Pfaffenhofener laden dazu gemeinsam mit den Ditib-Gemeinden Baar-Ebenhausen, Wolnzach, Geisenfeld und Mainburg alle Interessierten ein. Auf dem Programm steht u.a. eine Lesung von Djan Walsh, der um 15.30 Uhr im Saal der Moschee aus seinem Buch „Ein Leben mit den Türken“ liest. Außerdem gibt es Essen, Gegrilltes, Süßes und Getränke, und für Kinder wird eine Hüpfburg aufgebaut. Der Gesamterlös der Veranstaltung kommt der humanitären Hilfe im Gaza-Streifen zugute.
Nächster Programmpunkt bei den Interkulturellen Wochen ist die Eröffnung der Ausstellung „Die Kunst deines Nachbarn VII: Zwischenwelten – Junge Kunst von nebenan“ am 2. Mai um 19.30 Uhr auf dem Kalender. Die Ausstellung mit Werken von fünf jungen Künstlerinnen und Künstlern mit Migrationshintergrund kann bis zum 7. Juni in der Städtischen Galerie im Haus der Begegnung besichtigt werden.
Tief bewegend, aber auch sehr humorvoll ist der Film „Mission: Joy – Zuversicht & Freude in bewegten Zeiten“, der die außergewöhnliche Freundschaft zwischen dem Dalai Lama und dem südafrikanischen Erzbischof Desmond Tutu dokumentiert. Der Film wird am 21. Mai um 19.30 Uhr im Cineplex Pfaffenhofen gezeigt.
Drei Tage später, am 17. Juni um 19.30 Uhr, folgt das interreligiöse Friedensgebet am Baum der Religionen im Bürgerpark.
Die Pfaffenhofener Caritas ist wieder mit zwei Veranstaltungen bei den Interkulturellen Wochen dabei: Am 19. Juni um 9 Uhr sind alle interessierten Frauen zum internationalen Frauenfrühstück eingeladen, und am 20. Juni um 15 Uhr sind alle Kinder beim Erzählnachmittag „Märchen aus aller Welt“ willkommen.
Das „Picknick im Paradies“ findet am 11. Juli ab 14 Uhr erstmals nicht auf dem Bunkergelände, sondern im neuen InterKulturGarten in Niederscheyern statt. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet schließlich am 9. Oktober der Jahresempfang der Religionen und Kulturen, zu dem diesmal die Neuapostolische Gemeinde einlädt.
Der beliebte Frühjahrs-Kermes an der Pfaffenhofener Moschee steht am Sonntag, 19. April, von 11 bis 19 Uhr auf dem Kalender der Interkulturellen und Interreligiösen Wochen des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen (IKVP). Zu diesem Fest lädt die türkisch-islamische Gemeinde Pfaffenhofen gemeinsam mit den Ditib-Gemeinden Baar-Ebenhausen, Wolnzach, Geisenfeld und Mainburg alle Interessierten ein. Der Eintritt ist frei.
Eine Besonderheit bei diesem Kermes ist eine Lesung von Djan Walsh, der um 15.30 Uhr im Saal der Moschee aus seinem Buch „Ein Leben mit den Türken“ liest. Außerdem gibt es Essen, Gegrilltes, Süßes und Getränke, und für Kinder wird eine Hüpfburg aufgebaut. Der Gesamterlös der Veranstaltung kommt der humanitären Hilfe im Gaza-Streifen zugute.
Mit der Lesung, die in deutscher und türkischer Sprache gehalten wird, soll das Buch „Ein Leben mit den Türken“ vorgestellt werden, das sich 65 Jahren deutsch-türkischer Freundschaft widmet. Neben dem in Deutschland geborenen Autor Djan Walsh kommt auch der Herausgeber und Übersetzer Latif Çelik zu der Veranstaltung nach Pfaffenhofen. Das Buch enthält Artikel, Tagebucheinträge, Erinnerungen und Notizen von türkischen Gastarbeitern aus den vergangenen Jahrzehnten. Dabei kommt u.a. auch Halil Ibrahim Bal (gestorben 2024) zu Wort, der Vater des langjährigen Vorsitzenden der Pfaffenhofener Ditib-Gemeinde, Recep Bal.
Gemeinsames Fastenbrechen von Muslimen und Christen
Muslime laden Christen ein – das ist seit über 20 Jahren in Pfaffenhofen gelebte Tradition. Bereits seit Anfang der 2000er-Jahre empfängt die türkisch-islamische Gemeinde Ditib jedes Jahr im Fastenmonat Ramadan Vertreter aus Politik und Gesellschaft, Kirchen und Schulen beim gemeinsamen Fastenbrechen – anfangs in den alten Räumen an der Kellerstraße und seit 2015 nun in der Moschee an der Hohenwarter Straße.
Am 6. März konnte der neue Ditib-Vorsitzende Seyfettin Kilic viele Gäste zum abendlichen Fastenbrechen, dem „Iftar“, begrüßen, und sie alle bedankten sich für die langjährige Gastfreundschaft. Bürgermeister Thomas Herker bezeichnete die Moschee als „offenes Haus, das auch viele nicht-türkische Besucher hat“, und die stellvertretende Landrätin Kerstin Schnapp hob den Dialog, die Gemeinschaft und das Zusammenkommen hervor.
Marita Emrich, die Vorsitzende des Internationalen Kulturvereins (IKVP), betonte, dass mit dem christlich-islamischen Dialog bereits seit über 20 Jahren „Brücken zwischen den Kulturen und Religionen“ gebaut würden. Sepp Steinbüchler, ehemaliger Pastoralreferent der katholischen Stadtpfarrei und Leiter der AG Tisch der Religionen und Kulturen im IKVP, bedankte sich bei den bisherigen Ditib-Vorsitzenden: bei Ali Tekin für seine Pionierarbeit, denn er hatte als Erster die politisch Verantwortlichen der Stadt zum Fastenbrechen eingeladen; bei Erol Demirci, der die Arbeit zwei Jahre lang fortgesetzt hatte, und bei Recep Bal, dessen „Ära“ von 2006 bis 2025 dauerte.
Recep Bals langjährige Tätigkeit würdigte auch der neue Ditib-Vorsitzende Seyfettin Kilic, und Bal selbst bedankte sich – sichtlich bewegt – bei seinen Landsleuten und den deutschen Gästen für die „hervorragende Zusammenarbeit“ in den vergangenen 19 Jahren. „Wir sind inzwischen längst Einheimische geworden“, erklärte Recep Bal und wies darauf hin, dass auch zwei aktive Ditib-Mitglieder für den Stadtrat kandidierten.
„Danke“ war vielleicht das wichtigste Wort dieses Abends. So ging ein großes Dankeschön auch an Sepp Steinbüchler für die langjährige Freundschaft und Unterstützung. Und an die türkischen Frauen, die ihre Gäste immer mit köstlichem Essen versorgen – an diesem Abend auch wieder mit Linsensuppe, gebackenen Auberginen mit Hackfleisch und Reis sowie süßen Baklava.
Dank steht aber auch bei den Gebeten der Muslime im Mittelpunkt, und zwar Dankbarkeit gegenüber Allah. Das erläuterte Harun Gülten, der ehemalige Imam der Pfaffenhofener Gemeinde, den Besuchern, die im schönen Gebetsraum ein Gebet miterleben konnten. Fünfmal täglich beten gläubige Muslime, und der Ramadan ist für sie nicht nur ein Monat des täglichen Fastens von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, sondern auch eine Zeit des Teilens, des Spendens und des abendlichen Zusammenkommens.
Diese Gemeinschaft im Ramadan bezeichnete die Islamwissenschaftlerin Susanne Odin als wirklich beneidenswert. Als Mitarbeiterin für Interreligiösen Dialog im Kirchenamt der evangelisch-lutherischen Landeskirche Bayern nimmt sie in verschiedenen Gemeinden am Fastenbrechen teil, und dabei spürt sie immer wieder „die Freude am Ramadan, an der Gastfreundschaft und der Gemeinschaft“. Für einen besonderen „Hingucker“ sorgten an diesem Abend drei Buben, die als „junge Derwische“ auftraten: Sefa, Ömer und Berat traten in weißen Gewändern und hohen Hüten auf und tanzten und drehten sich minutenlang zur Musik von Imam Coskun Öztürk.
„Friedenstänzer“ als Gastgeschenk überreichten die IKVP-Vorsitzende Marita Emrich und Sepp Steinbüchler (von links) an die ehemaligen Ditib-Vorsitzenden Recep Bal, Ali Tekin und den neuen Vorsitzenden Seyfettin Kilic.Sepp Steinbüchler (rechts) bedankte sich bei der Islamwissenschaftlerin Susanne Odin für ihr Kommen.Essensausgabe beim Fastenbrechen• Die Frauen haben die Gäste beim Fastenbrechen wieder bestens bekocht und bewirtet. Dafür bedankte sich der Ditib-Vorsitzende Seyfettin Kilic (rechts) mit Orchideen.Als junge Derwische traten Sefa, Ömer und Berat beim Fastenbrechen auf. Ihr Lehrer war Imam Coskun Öztürk, der sie auf der Ud, einer orientalischen Kurzhalslaute, musikalisch begleitete.
Zum 9. Friedensgebet am Baum der Religionen im Bürgerpark lädt der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP) gemeinsam mit den örtlichen Kirchen und Religionsgemeinschaften am Mittwoch, 17. Juni, um 19.30 Uhr ein. Musikalisch gestaltet wird die Veranstaltung vom Gospelchor „Voices of Joy“ unter der Leitung von Barbara Scheer.
Das interreligiöse Friedensgebet steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Propheten in Bibel und Koran – und heute?“. Ob Jesaia, Jesus oder Mohammed – im Alten und im Neuen Testament sowie auch im Koran sind eine Reihe von Propheten zu finden. Aus der jüngeren Vergangenheit sind uns Mahatma Gandhi und Martin Luther King als leuchtende Vorbilder bekannt. Und heute? Was heißt es für uns, prophetisch zu leben und zu handeln?
Mit diesem Thema setzen sich die Verantwortlichen der christlichen und islamischen Religionsgemeinschaften Pfaffenhofens auseinander, die wieder am gemeinsamen Friedensgebet beteiligt sind. Die Leitung und Moderation der Veranstaltung hat Sepp Steinbüchler, der ehemalige Pastoralreferent der katholischen Stadtpfarrei.
Die Situation von Kriegsflüchtlingen und Asylbewerbern in Pfaffenhofen und Umgebung beleuchtet eine Mitarbeiterin der Caritas Pfaffenhofen. Sie berichtet auch über ihre Tätigkeiten und Möglichkeiten bei der Beratung und Betreuung von Migranten.
Beim Friedensgebet am 17. Juni werden einige Bierbänke als Sitzgelegenheiten aufgestellt. Die Teilnehmer können aber gern auch eigene Stühle, Hocker o.ä. mitbringen.
Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung auf Mittwoch, 1. Juli, um 19.30 Uhr verschoben.
Der Gospelchor „Voices of Joy“ unter der Leitung von Barbara Scheer singt am 17. Juni beim Friedensgebet am Baum der Religionen. Foto: Robert van den Belt
Die Migrationsberatung der Caritas lädt Groß und Klein zu einem Erzählnachmittag mit internationalen Märchen ein. Treffpunkt ist am Samstag, 20. Juni, um 15 Uhr bei der Caritas, Ambergerweg 3.
Gemeinsam mit den Erzählern begeben sich die Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine Reise durch verschiedene Länder und Kulturen und hören spannende und zauberhafte Märchen aus aller Welt. Der Märchennachmittag bietet Raum für Fantasie, gemeinsames Erleben und interkulturellen Austausch – ein Nachmittag zum Zuhören, Staunen und Wohlfühlen für Kinder, Eltern, Großeltern.
Die Neuapostolische Gemeinde Pfaffenhofen feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Sie ist daher diesmal der Gastgeber beim Jahresempfang der Religionen und Kulturen. Der Empfang für geladene Gäste findet am Freitag, 9. Oktober, um 19.30 Uhr im neuen Kirchengebäude der Neuapostolischen Gemeinde, Schießstätte 5, statt.
Gemeindeleiter Dr. Volker Stagge wird kurz den Weg seiner Gemeinde in die Ökumene in Pfaffenhofen darstellen.
Referentin des Abends ist die katholische Theologin Dr. Verena Hammes, die als Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Deutschland den Weg der Neuapostolischen Kirche in die Ökumene aus Sicht der ACK schildern wird.
Ihre Gastfreundschaft hat Tradition: Die Pfaffenhofener Muslime der türkisch-islamischen Gemeinde Ditib laden seit über 20 Jahren im Fastenmonat Ramadan Vertreter anderer Religionen, aus Stadt und Politik, Schulen und Gesellschaft zum Fastenbrechen ein. Heuer findet dieses gemeinsame Fastenbrechen am Freitag, 6. März 2026, um 17.30 Uhr in der Moschee an der Hohenwarter Straße statt.
Das Programm sieht neben dem gemeinsamen Essen auch Ansprachen sowie eine besonderen Tanzvorführung vor, und außerdem haben alle Interessierten die Möglichkeit, das Gebet im schönen Gebetsraum der Pfaffenhofener Ensar-Moschee mitzuerleben. Das Fastenbrechen bildet zugleich den Auftakt zu den Interkulturellen und Interreligiösen Wochen 2026 des Internationalen Kulturvereins (IKVP), die in den kommenden Monaten noch eine ganze Reihe von Veranstaltungen in Pfaffenhofen bieten.
Der Fastenmonat Ramadan dauert in diesem Jahr vom 19. Februar bis zum 20. März. Für die Muslime ist dies eine ganz besondere Zeit, in der es nicht nur um den Verzicht auf Essen und Trinken geht, sondern auch um soziales Engagement und vor allem um die innere Hinwendung zu Gott. Das Fasten ist eines der wichtigsten Gebote des Islam. In dieser Zeit stehen Besinnung und Enthaltung im Vordergrund. Zudem gibt der Ramadan mit dem abendlichen Fastenbrechen allen Teilnehmern die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen und Beisammensein.
Die Veranstaltung am 6. März beginnt im Saal der Moschee mit einer Begrüßung durch den neuen Ditib-Vorsitzenden Seyfettin Kilic und einer Vorstellung der neuen Ditib-Vorstandsmitglieder. Nach Grußworten stellt die Islamwissenschaftlerin und evangelische Theologin Susanne Odin die Aufgaben und Tätigkeiten ihrer Fachstelle für Interreligiösen Dialog und Islamfragen vor, die im Kirchenamt der evangelisch-lutherischen Landeskirche Bayern angesiedelt ist. Es folgen das Gebet der Muslime und das gemeinsame Essen sowie zum Abschluss ein „Tanz der Derwische“, dargestellt von der Kinder- und Jugendgruppe der Gemeinde unter der Leitung von Imam Coskun Öztürk.
Die Frauen der Ditib-Gemeinde bereiten immer ein köstliches Essen für die Besucher des Fastenbrechens vor.Die Teilnehmer des Fastenbrechens können auch das Gebet der Muslime im schönen Gebtsraum miterleben.
Interessanter Jahresempfang der Religionen und Kulturen
Sich kennenlernen, mehr voneinander erfahren und dadurch Vorurteile oder Unsicherheiten überwinden – darum ging es am Mittwochabend beim Jahresempfang der Religionen und Kulturen. Der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP) mit der AG Tisch der Religionen lädt dazu seit 2020 regelmäßig ein, und jedes Mal steht eine andere Religionsgemeinschaft oder Ländergruppe im Mittelpunkt. Diesmal stellte sich die Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde vor.
Viel Schwung in den Saal des evangelischen Gemeindezentrums brachte dabei die rumänische Tanzgruppe unter der Leitung von George Coman mit Tänzen, Liedern und bunten Trachten ihrer Heimat. Ebenso sehenswert und auch köstlich war das rumänische Buffet, das fleißige Frauen vorbereitet hatten und das die Besucher nach dem offiziellen Teil des Abends bei anregenden Gesprächen genießen konnten.
„In Pfaffenhofen muss Raum für jeden Menschen guter Gesinnung sein, unabhängig von seiner Religion“, betonte Bürgermeister Thomas Herker in seinem Grußwort. Ein gutes Miteinander der Religionen und Kulturen gebe es hier bereits seit vielen Jahren in einem „ehrlichen und ernsthaften Dialog“. Herker bedankte sich hier besonders bei Sepp Steinbüchler als „die Person, die den Dialog führt und aufrechterhält“. Steinbüchler seinerseits richtete ein Dankeschön an Marita Emrich, die den Internationalen Kulturverein seit 2021 leitet und als gebürtige Rumänin „die ideale Verbindungsfrau“ zur rumänischen Ländergruppe und zur orthodoxen Gemeinde ist.
Den Einsatz des IKVP für den Zusammenhalt und ein gutes Miteinander in Offenheit und Respekt würdigte der Stellvertretende Landrat Karl Huber. „Gerade in Zeiten, wo manche anderes verbreiten“, sei ein gutes Zusammenleben über Religionen und Kulturen hinweg wichtig, meinte er und betonte: „Vielfalt ist Bereicherung, keine Bedrohung.“
Referent des Abends, war der orthodoxe Pfarrer Pater Dr. Adrian Vasilache aus Landshut. Er stellte die Rumänisch-Orthodoxe Kirche in Bayern vor, und anschließend ging der Pfaffenhofener Pfarrer Constantin Chirila auf die örtliche orthodoxe Gemeinde ein, die seit ihrer Gründung vor sieben Jahren ständig wächst. Die beiden Pfarrer hatten sich 2018 gemeinsam auf die Suche nach einer Kirche gemacht, in der die im Landkreis Pfaffenhofen lebenden Rumänen Gottesdienst feiern könnten. Sowohl bei Bürgermeister Herker als auch bei Stadtpfarrer Albert Miorin waren sie auf offene Ohren gestoßen, sodass die junge Gemeinde seitdem jeden Sonntag die Spitalkirche nutzen darf. „Die Kirche ist für uns nicht nur ein Ort des Gebetes, sondern auch der Kultur, der Solidarität und der Gemeinschaft, um zusammen zu kommen“, erklärte Chirila.
Das griechische Wort orthodox bedeute „rechtgläubig“, erklärte Pfarrer Vasilache, und eine ganz zentrale Bedeutung habe die Eucharistie. Dabei gebe es inhaltlich keinen Unterschied zwischen der griechisch-orthodoxen, russisch-orthodoxen oder rumänisch orthodoxen Kirche: „Nur die Sprache ist anders – und das Land, in dem die Kirche tätig ist.“
In Deutschland, so führte Dr. Vasilache weiter aus, wurde die erste rumänisch-orthodoxe Gemeinde etwa um das Jahr 1860 in Leipzig gegründet, und zwar von rumänischen Händlern, die ihre Waren auf der Leipziger Messe anboten. Die Metropolie Nürnberg, zu der auch Landshut und Pfaffenhofen gehören, gibt es seit 1993. Inzwischen existieren in Bayern rund 30 rumänisch-orthodoxe Gemeinden.
In ihrer Lehre sei die orthodoxe Kirche fast identisch mit der katholischen, erklärte Pfarrer Vasilache. Allerdings lehnen die Orthodoxen das Papstprimat ab. Während die katholische Kirche eine hierarchische Struktur hat, ist die orthodoxe Kirche eine Kollegialkirche, bei der alle Bischöfe gleichgestellt sind. Außerdem dürfen orthodoxe Priester heiraten – „aber nur einmal“, fügte Vasilache hinzu.
Bei den anschließenden Gesprächen, Fragen und Antworten wurde deutlich, dass auch Theologen die anderen Religionen und Konfessionen noch zu wenig kennen und wie wichtig daher solche Begegnungen sind. „Wir müssen miteinander reden, weil wir Vieles nicht voneinander wissen und weil sich Vieles, auch in der Ökumene, weiterentwickelt hat“, meinte Sepp Steinbüchler, der den Abend leitete. „Die rumänische Gemeinde ist eine junge, aber sehr kontaktfreudige und aktive Gemeinde“, erklärte die IKVP-Vorsitzende Marita Emrich. Integration bedeute nicht nur die Sprache zu lernen, führte sie aus, sondern auch, sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen, um sich schließlich akzeptiert und zugehörig zu fühlen. „Und das machen die rumänischen Mitbürger seit Jahren.“ Dabei würden sie nicht nur ihre Arbeitskraft mitbringen, sondern auch ihre Geschichte, ihre Traditionen und ihren Glauben, was wiederum eine Bereicherung für die Gesellschaft sei. Auch Marita Emrich betonte: „Vielfalt ist keine Bedrohung, sondern eine Stärke.“
Die rumänische Tanzgruppe zeigte schwungvolle Tänze ihrer Heimat.
Interessantes Fastenbrechen mit gutem Essen, Gesprächen und vielen Informationen
Im islamischen Fastenmonat Ramadan treffen sich jeden Abend viele Pfaffenhofener Muslime in der Moschee an der Hohenwarter Straße. Nachdem sie den ganzen Tag gefastet haben, kommen sie nach Sonnenuntergang zum Abendgebet und zum gemeinsamen Essen zusammen. Einige Frauen der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde kochen jeden Tag für dieses abendliche Fastenbrechen, den „Iftar“, und vor allem an den Wochenenden ist dann hier „volles Haus“.
Schon seit über 20 Jahren lädt die Ditib-Gemeinde auch Vertreter anderer Religionen, aus Stadt und Politik, Kirchen, Schulen und Gesellschaft zum gemeinsamen Fastenbrechen ein. Am Freitag, 21. Mrz 2025, folgten viele Pfaffenhofener dieser Einladung, und sie wurden wieder bestens bewirtet mit Linsensuppe, gebackenen Auberginen und süßen Baklava.