23 Teams beteiligten sich am 5. Juli 2026 am diesjährigen humanitären Fußballturnier des albanisch-deutschen Kulturvereins Sali Çekaj e.V. Pfaffenhofen. Bereits seit über 20 Jahren führt der Verein das beliebte Benefiz-Turnier regelmäßig durch und die Beteiligung ist dieses Jahr sogar noch einmal gestiegen. Der gesamte Erlös aus den Teilnehmerbeiträgen sowie dem Verkauf von Essen und Getränken kommt Hilfsprojekten in Albanien und dem Kosovo zugute.
Mehrere Mannschaften kamen aus Pfaffenhofen, aber auch Teams aus der weiten Umgebung nahmen teil. Neben vielen Hobby- und Betriebsmannschaften war auch der FC Kosova München als einziger Bezirksligist mit dabei. Mit jeweils fünf Feldspielern plus Torwart traten die Teams auf drei Kleinfeldplätzen auf dem Kunstrasen gegeneinander an. Gespielt wurde je zehn Minuten lang in fünf Gruppen, aus denen jeweils die drei Bestplatzierten in die K.O.-Phase weiterkamen. Nach vielen spannenden Spielen konnte schließlich die Mannschaft G-Netz aus München den Siegerpokal mit heimnehmen. Auf Platz zwei folgte Kastrati Haustechnik aus Pfaffenhofen, gefolgt vom Pfaffenhofener Team Daskalov Küchenmontage. Als bester Torschütze wurde Safet vom Team Shqiponjat Dardane aus Fürstenfeldbruck ausgezeichnet, und bester Torwart war Semih Cakmakci vom Team G-Netz. Die Mannschaft von Sali Çekaj zeigte sich wieder als sehr guter Gastgeber, denn sie beschied sich mit einem der hinteren Plätze. Gastgeberqualitäten bewiesen aber auch die Helfer, die für eine gute Bewirtung sorgten. Viele Vereinsmitglieder packten bei der Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung kräftig mit an. Und die Organisation, Turnier- und Spielleitung lagen bei Argent Ferizi, dem Vorsitzenden von Sali Çekaj, und seinen Mitstreitern in besten Händen.
Foto: Das Team des albanisch-deutschen Kulturvereins Sali Çekaj Pfaffenhofen mit dem Vereinsvorsitzenden und Turnierleiter Argent Ferizi (von links), Gazmend Dashi, den Spielern Albijon, Rilind, Ilirjon, Ridon, Jetmir, Ermal, Altin und den Spielleitern Enis und Luan.
Der beliebte Frühjahrs-Kermes an der Pfaffenhofener Moschee steht am Sonntag, 19. April, von 11 bis 19 Uhr auf dem Kalender der Interkulturellen und Interreligiösen Wochen des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen (IKVP). Zu diesem Fest lädt die türkisch-islamische Gemeinde Pfaffenhofen gemeinsam mit den Ditib-Gemeinden Baar-Ebenhausen, Wolnzach, Geisenfeld und Mainburg alle Interessierten ein. Der Eintritt ist frei.
Eine Besonderheit bei diesem Kermes ist eine Lesung von Djan Walsh, der um 15.30 Uhr im Saal der Moschee aus seinem Buch „Ein Leben mit den Türken“ liest. Außerdem gibt es Essen, Gegrilltes, Süßes und Getränke, und für Kinder wird eine Hüpfburg aufgebaut. Der Gesamterlös der Veranstaltung kommt der humanitären Hilfe im Gaza-Streifen zugute.
Mit der Lesung, die in deutscher und türkischer Sprache gehalten wird, soll das Buch „Ein Leben mit den Türken“ vorgestellt werden, das sich 65 Jahren deutsch-türkischer Freundschaft widmet. Neben dem in Deutschland geborenen Autor Djan Walsh kommt auch der Herausgeber und Übersetzer Latif Çelik zu der Veranstaltung nach Pfaffenhofen. Das Buch enthält Artikel, Tagebucheinträge, Erinnerungen und Notizen von türkischen Gastarbeitern aus den vergangenen Jahrzehnten. Dabei kommt u.a. auch Halil Ibrahim Bal (gestorben 2024) zu Wort, der Vater des langjährigen Vorsitzenden der Pfaffenhofener Ditib-Gemeinde, Recep Bal.
Gemeinsames Fastenbrechen von Muslimen und Christen
Muslime laden Christen ein – das ist seit über 20 Jahren in Pfaffenhofen gelebte Tradition. Bereits seit Anfang der 2000er-Jahre empfängt die türkisch-islamische Gemeinde Ditib jedes Jahr im Fastenmonat Ramadan Vertreter aus Politik und Gesellschaft, Kirchen und Schulen beim gemeinsamen Fastenbrechen – anfangs in den alten Räumen an der Kellerstraße und seit 2015 nun in der Moschee an der Hohenwarter Straße.
Am 6. März konnte der neue Ditib-Vorsitzende Seyfettin Kilic viele Gäste zum abendlichen Fastenbrechen, dem „Iftar“, begrüßen, und sie alle bedankten sich für die langjährige Gastfreundschaft. Bürgermeister Thomas Herker bezeichnete die Moschee als „offenes Haus, das auch viele nicht-türkische Besucher hat“, und die stellvertretende Landrätin Kerstin Schnapp hob den Dialog, die Gemeinschaft und das Zusammenkommen hervor.
Marita Emrich, die Vorsitzende des Internationalen Kulturvereins (IKVP), betonte, dass mit dem christlich-islamischen Dialog bereits seit über 20 Jahren „Brücken zwischen den Kulturen und Religionen“ gebaut würden. Sepp Steinbüchler, ehemaliger Pastoralreferent der katholischen Stadtpfarrei und Leiter der AG Tisch der Religionen und Kulturen im IKVP, bedankte sich bei den bisherigen Ditib-Vorsitzenden: bei Ali Tekin für seine Pionierarbeit, denn er hatte als Erster die politisch Verantwortlichen der Stadt zum Fastenbrechen eingeladen; bei Erol Demirci, der die Arbeit zwei Jahre lang fortgesetzt hatte, und bei Recep Bal, dessen „Ära“ von 2006 bis 2025 dauerte.
Recep Bals langjährige Tätigkeit würdigte auch der neue Ditib-Vorsitzende Seyfettin Kilic, und Bal selbst bedankte sich – sichtlich bewegt – bei seinen Landsleuten und den deutschen Gästen für die „hervorragende Zusammenarbeit“ in den vergangenen 19 Jahren. „Wir sind inzwischen längst Einheimische geworden“, erklärte Recep Bal und wies darauf hin, dass auch zwei aktive Ditib-Mitglieder für den Stadtrat kandidierten.
„Danke“ war vielleicht das wichtigste Wort dieses Abends. So ging ein großes Dankeschön auch an Sepp Steinbüchler für die langjährige Freundschaft und Unterstützung. Und an die türkischen Frauen, die ihre Gäste immer mit köstlichem Essen versorgen – an diesem Abend auch wieder mit Linsensuppe, gebackenen Auberginen mit Hackfleisch und Reis sowie süßen Baklava.
Dank steht aber auch bei den Gebeten der Muslime im Mittelpunkt, und zwar Dankbarkeit gegenüber Allah. Das erläuterte Harun Gülten, der ehemalige Imam der Pfaffenhofener Gemeinde, den Besuchern, die im schönen Gebetsraum ein Gebet miterleben konnten. Fünfmal täglich beten gläubige Muslime, und der Ramadan ist für sie nicht nur ein Monat des täglichen Fastens von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, sondern auch eine Zeit des Teilens, des Spendens und des abendlichen Zusammenkommens.
Diese Gemeinschaft im Ramadan bezeichnete die Islamwissenschaftlerin Susanne Odin als wirklich beneidenswert. Als Mitarbeiterin für Interreligiösen Dialog im Kirchenamt der evangelisch-lutherischen Landeskirche Bayern nimmt sie in verschiedenen Gemeinden am Fastenbrechen teil, und dabei spürt sie immer wieder „die Freude am Ramadan, an der Gastfreundschaft und der Gemeinschaft“. Für einen besonderen „Hingucker“ sorgten an diesem Abend drei Buben, die als „junge Derwische“ auftraten: Sefa, Ömer und Berat traten in weißen Gewändern und hohen Hüten auf und tanzten und drehten sich minutenlang zur Musik von Imam Coskun Öztürk.
„Friedenstänzer“ als Gastgeschenk überreichten die IKVP-Vorsitzende Marita Emrich und Sepp Steinbüchler (von links) an die ehemaligen Ditib-Vorsitzenden Recep Bal, Ali Tekin und den neuen Vorsitzenden Seyfettin Kilic.Sepp Steinbüchler (rechts) bedankte sich bei der Islamwissenschaftlerin Susanne Odin für ihr Kommen.Essensausgabe beim Fastenbrechen• Die Frauen haben die Gäste beim Fastenbrechen wieder bestens bekocht und bewirtet. Dafür bedankte sich der Ditib-Vorsitzende Seyfettin Kilic (rechts) mit Orchideen.Als junge Derwische traten Sefa, Ömer und Berat beim Fastenbrechen auf. Ihr Lehrer war Imam Coskun Öztürk, der sie auf der Ud, einer orientalischen Kurzhalslaute, musikalisch begleitete.
Vor zehn Jahren hat der albanisch-deutsche Kulturverein Sali Çekaj von einem Künstler aus dem Kosovo die Mutter-Teresa-Statue fertigen lassen, die seitdem auf dem Platz zwischen der Pfaffenhofener Stadtpfarrkirche und dem Pfarrheim steht.
Zum zehnjährigen Bestehen plant Sali Çekaj nun gemeinsam mit der katholischen Stadtpfarrei und dem Internationalen Kulturverein ein Jubiläumsfest, das zugleich den Höhepunkt der Interkulturellen und Interreligiösen Wochen 2026 bildet.
Die Einweihung der Statue wurde im Juni 2016 mit einem Gottesdienst und einem großen Fest gefeiert. Auch das Jubiläum soll nun gebührend gefeiert werden, und viele Gäste aus Religion und Gesellschaft, Kultur und Politik haben dazu bereits ihr Kommen zugesagt.
Am Sonntag, 14. Juni, um 11.30 Uhr sind alle Interessierten auf den Pfarrplatz bzw. ins Pfarrheim herzlich eingeladen. Auf dem Programm stehen u. a. Auftritte der albanisch-deutschen und der rumänischen Tanzgruppe, ein Wortgottesdienst sowie Grußworte. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Musikgruppe von Artan Likaj. Dazu gibt es Getränke sowie Essen vom albanischen Buffet und vom Grill. Der Eintritt ist frei.
Vor 18 Jahren, im Februar 2008, hat der Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Für den albanisch-deutschen Kulturverein Sali Çekaj ist das immer wieder ein guter Grund zum Feiern. So auch am 7. Februar 2026, als der Verein seine Mitglieder und einige deutsche Gäste in den Stockerhof eingeladen hatte, um mit Ansprachen und Gedichten, Musik und viel Tanz die Unabhängigkeit zu feiern.
Die aus dem Kosovo stammenden Mitglieder des Vereins Sali Çekaj sind, wie die allermeisten Kosovaren, albanischer Abstammung. Sie fühlen sich keineswegs als Serben, sondern vielmehr als Albaner, wobei etliche von ihnen längst die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben. Und so begann die Feier im Stockerhof mit drei Hymnen – der kosovarischen, der albanischen und der deutschen Nationalhymne.
Argent Ferizi, der Vorsitzende des Vereins, konnte einige Gäste besonders begrüßen, darunter die Generalkonsulin der Republik Albanien in München, Gentiana Mburimi, den bayerischen Integrationsbeauftragten Karl Straub, den Münchener Stadtrat Delija Balidemaj, die Vorsitzendes des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen, Marita Emrich, und ihren Amtsvorgänger Sepp Steinbüchler. Ferizi ging kurz auf die Vorgeschichte der Unabhängigkeit des Kosovo ein, und einige Jugendliche des Vereins trugen dazu Texte und Gedichte vor.
Gentiana Mburimi hob in ihrem Grußwort hervor, dass solche Feiern wichtig seien, um die Traditionen, die Kultur und die Sprache der Heimat an die junge Generation weiterzugeben. Sie bezeichnete es als wichtig, dass die Albaner sich am Wohnort integrieren, aber trotzdem ihre Traditionen bewahren. Karl Straub attestierte den Mitgliedern von Sali Çekaj „tolle Arbeit“, da sie sich nicht nur im Landkreis Pfaffenhofen und ganz Bayern, sondern auch in ihrer Heimat engagieren. „Sie sind ein fester Bestandteil Bayerns, und wir sind froh, dass Sie hier sind“, betonte Straub.
Das bestätigte auch Delija Balidemaj, da der Verein seit über 20 Jahren großartige humanitäre Arbeit in der Heimat leiste. Die Verdienste von Sali Çekaj um die interkulturelle Arbeit in Pfaffenhofen hob Sepp Steinbüchler hervor. So habe der Verein schon vor 20 Jahren bei der Vorbereitung der ersten Interkulturellen Wochen in Pfaffenhofen tatkräftig mitgewirkt und sei von Anfang an ein fester Bestandteil des Internationalen Kulturvereins. Ein besonderes Zeichen hatte Sali Çekaj vor zehn Jahren mit der Aufstellung der Mutter-Teresa-Statue auf dem Platz neben der Pfaffenhofener Stadtpfarrkirche gesetzt. Und nicht zuletzt unterstützen die Mitglieder seit Jahrzehnten bedürftige Landsleute in ihrer Heimat, wo sie im Jugoslawienkrieg zerstörte Wohnhäuser wiederaufgebaut bzw. neu gebaut haben.
Eine beliebte Gruppe des Vereins, die schon öfter in Pfaffenhofen einen Einblick in die Kultur ihrer Heimat gegeben hat, ist die Kinder- und Jugendtanzgruppe unter der Leitung von Shemsi Haziri und Rafet Muli, die auch an diesem Abend in ihren rot-weißen Trachten traditionelle albanische Tänze aufführte.
Später kamen dann zu den typischen Reigentänzen viele Besucher – und vor allem Besucherinnen – auf die Tanzfläche. Für die richtige Stimmung sorgte dabei die im Kosovo recht bekannte Musikgruppe „Vellezerit Mziu“, zu Deutsch „Fünf Brüder“. Die beiden Sänger und drei Musiker sind wirklich fünf Brüder, die direkt aus Theranda nach Pfaffenhofen angereist waren.
Argent Ferizi (links), der Vorsitzende des albanisch-deutschen Kulturvereins Sali Çekaj, mit einigen Ehrengästen bei der Unabhängigkeitsfeier. Im Bild weiter von links: die albanische Generalkonsulin Gentiana Mburimi, der Integrationsbeauftragte Karl Straub, der Münchener Stadtrat Delija Balidemaj, die Vorsitzende des Internationalen Kulturvereins, Marita Emrich, ihr Amtsvorgänger Sepp Steinbüchler und Vorstandsmitglied Gazmend Dashi.
Ihre Gastfreundschaft hat Tradition: Die Pfaffenhofener Muslime der türkisch-islamischen Gemeinde Ditib laden seit über 20 Jahren im Fastenmonat Ramadan Vertreter anderer Religionen, aus Stadt und Politik, Schulen und Gesellschaft zum Fastenbrechen ein. Heuer findet dieses gemeinsame Fastenbrechen am Freitag, 6. März 2026, um 17.30 Uhr in der Moschee an der Hohenwarter Straße statt.
Das Programm sieht neben dem gemeinsamen Essen auch Ansprachen sowie eine besonderen Tanzvorführung vor, und außerdem haben alle Interessierten die Möglichkeit, das Gebet im schönen Gebetsraum der Pfaffenhofener Ensar-Moschee mitzuerleben. Das Fastenbrechen bildet zugleich den Auftakt zu den Interkulturellen und Interreligiösen Wochen 2026 des Internationalen Kulturvereins (IKVP), die in den kommenden Monaten noch eine ganze Reihe von Veranstaltungen in Pfaffenhofen bieten.
Der Fastenmonat Ramadan dauert in diesem Jahr vom 19. Februar bis zum 20. März. Für die Muslime ist dies eine ganz besondere Zeit, in der es nicht nur um den Verzicht auf Essen und Trinken geht, sondern auch um soziales Engagement und vor allem um die innere Hinwendung zu Gott. Das Fasten ist eines der wichtigsten Gebote des Islam. In dieser Zeit stehen Besinnung und Enthaltung im Vordergrund. Zudem gibt der Ramadan mit dem abendlichen Fastenbrechen allen Teilnehmern die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen und Beisammensein.
Die Veranstaltung am 6. März beginnt im Saal der Moschee mit einer Begrüßung durch den neuen Ditib-Vorsitzenden Seyfettin Kilic und einer Vorstellung der neuen Ditib-Vorstandsmitglieder. Nach Grußworten stellt die Islamwissenschaftlerin und evangelische Theologin Susanne Odin die Aufgaben und Tätigkeiten ihrer Fachstelle für Interreligiösen Dialog und Islamfragen vor, die im Kirchenamt der evangelisch-lutherischen Landeskirche Bayern angesiedelt ist. Es folgen das Gebet der Muslime und das gemeinsame Essen sowie zum Abschluss ein „Tanz der Derwische“, dargestellt von der Kinder- und Jugendgruppe der Gemeinde unter der Leitung von Imam Coskun Öztürk.
Die Frauen der Ditib-Gemeinde bereiten immer ein köstliches Essen für die Besucher des Fastenbrechens vor.Die Teilnehmer des Fastenbrechens können auch das Gebet der Muslime im schönen Gebtsraum miterleben.
Interessanter Jahresempfang der Religionen und Kulturen
Sich kennenlernen, mehr voneinander erfahren und dadurch Vorurteile oder Unsicherheiten überwinden – darum ging es am Mittwochabend beim Jahresempfang der Religionen und Kulturen. Der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP) mit der AG Tisch der Religionen lädt dazu seit 2020 regelmäßig ein, und jedes Mal steht eine andere Religionsgemeinschaft oder Ländergruppe im Mittelpunkt. Diesmal stellte sich die Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde vor.
Viel Schwung in den Saal des evangelischen Gemeindezentrums brachte dabei die rumänische Tanzgruppe unter der Leitung von George Coman mit Tänzen, Liedern und bunten Trachten ihrer Heimat. Ebenso sehenswert und auch köstlich war das rumänische Buffet, das fleißige Frauen vorbereitet hatten und das die Besucher nach dem offiziellen Teil des Abends bei anregenden Gesprächen genießen konnten.
„In Pfaffenhofen muss Raum für jeden Menschen guter Gesinnung sein, unabhängig von seiner Religion“, betonte Bürgermeister Thomas Herker in seinem Grußwort. Ein gutes Miteinander der Religionen und Kulturen gebe es hier bereits seit vielen Jahren in einem „ehrlichen und ernsthaften Dialog“. Herker bedankte sich hier besonders bei Sepp Steinbüchler als „die Person, die den Dialog führt und aufrechterhält“. Steinbüchler seinerseits richtete ein Dankeschön an Marita Emrich, die den Internationalen Kulturverein seit 2021 leitet und als gebürtige Rumänin „die ideale Verbindungsfrau“ zur rumänischen Ländergruppe und zur orthodoxen Gemeinde ist.
Den Einsatz des IKVP für den Zusammenhalt und ein gutes Miteinander in Offenheit und Respekt würdigte der Stellvertretende Landrat Karl Huber. „Gerade in Zeiten, wo manche anderes verbreiten“, sei ein gutes Zusammenleben über Religionen und Kulturen hinweg wichtig, meinte er und betonte: „Vielfalt ist Bereicherung, keine Bedrohung.“
Referent des Abends, war der orthodoxe Pfarrer Pater Dr. Adrian Vasilache aus Landshut. Er stellte die Rumänisch-Orthodoxe Kirche in Bayern vor, und anschließend ging der Pfaffenhofener Pfarrer Constantin Chirila auf die örtliche orthodoxe Gemeinde ein, die seit ihrer Gründung vor sieben Jahren ständig wächst. Die beiden Pfarrer hatten sich 2018 gemeinsam auf die Suche nach einer Kirche gemacht, in der die im Landkreis Pfaffenhofen lebenden Rumänen Gottesdienst feiern könnten. Sowohl bei Bürgermeister Herker als auch bei Stadtpfarrer Albert Miorin waren sie auf offene Ohren gestoßen, sodass die junge Gemeinde seitdem jeden Sonntag die Spitalkirche nutzen darf. „Die Kirche ist für uns nicht nur ein Ort des Gebetes, sondern auch der Kultur, der Solidarität und der Gemeinschaft, um zusammen zu kommen“, erklärte Chirila.
Das griechische Wort orthodox bedeute „rechtgläubig“, erklärte Pfarrer Vasilache, und eine ganz zentrale Bedeutung habe die Eucharistie. Dabei gebe es inhaltlich keinen Unterschied zwischen der griechisch-orthodoxen, russisch-orthodoxen oder rumänisch orthodoxen Kirche: „Nur die Sprache ist anders – und das Land, in dem die Kirche tätig ist.“
In Deutschland, so führte Dr. Vasilache weiter aus, wurde die erste rumänisch-orthodoxe Gemeinde etwa um das Jahr 1860 in Leipzig gegründet, und zwar von rumänischen Händlern, die ihre Waren auf der Leipziger Messe anboten. Die Metropolie Nürnberg, zu der auch Landshut und Pfaffenhofen gehören, gibt es seit 1993. Inzwischen existieren in Bayern rund 30 rumänisch-orthodoxe Gemeinden.
In ihrer Lehre sei die orthodoxe Kirche fast identisch mit der katholischen, erklärte Pfarrer Vasilache. Allerdings lehnen die Orthodoxen das Papstprimat ab. Während die katholische Kirche eine hierarchische Struktur hat, ist die orthodoxe Kirche eine Kollegialkirche, bei der alle Bischöfe gleichgestellt sind. Außerdem dürfen orthodoxe Priester heiraten – „aber nur einmal“, fügte Vasilache hinzu.
Bei den anschließenden Gesprächen, Fragen und Antworten wurde deutlich, dass auch Theologen die anderen Religionen und Konfessionen noch zu wenig kennen und wie wichtig daher solche Begegnungen sind. „Wir müssen miteinander reden, weil wir Vieles nicht voneinander wissen und weil sich Vieles, auch in der Ökumene, weiterentwickelt hat“, meinte Sepp Steinbüchler, der den Abend leitete. „Die rumänische Gemeinde ist eine junge, aber sehr kontaktfreudige und aktive Gemeinde“, erklärte die IKVP-Vorsitzende Marita Emrich. Integration bedeute nicht nur die Sprache zu lernen, führte sie aus, sondern auch, sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen, um sich schließlich akzeptiert und zugehörig zu fühlen. „Und das machen die rumänischen Mitbürger seit Jahren.“ Dabei würden sie nicht nur ihre Arbeitskraft mitbringen, sondern auch ihre Geschichte, ihre Traditionen und ihren Glauben, was wiederum eine Bereicherung für die Gesellschaft sei. Auch Marita Emrich betonte: „Vielfalt ist keine Bedrohung, sondern eine Stärke.“
Die rumänische Tanzgruppe zeigte schwungvolle Tänze ihrer Heimat.