Autor: esteinbuechler

  • Kosovo-Albaner feiern ihren Unabhängigkeitstag

    Kosovo-Albaner feiern ihren Unabhängigkeitstag

    Vor 18 Jahren, im Februar 2008, hat der Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Für den albanisch-deutschen Kulturverein Sali Çekaj ist das immer wieder ein guter Grund zum Feiern. So auch am 7. Februar 2026, als der Verein seine Mitglieder und einige deutsche Gäste in den Stockerhof eingeladen hatte, um mit Ansprachen und Gedichten, Musik und viel Tanz die Unabhängigkeit zu feiern.

    Die aus dem Kosovo stammenden Mitglieder des Vereins Sali Çekaj sind, wie die allermeisten Kosovaren, albanischer Abstammung. Sie fühlen sich keineswegs als Serben, sondern vielmehr als Albaner, wobei etliche von ihnen längst die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben. Und so begann die Feier im Stockerhof mit drei Hymnen – der kosovarischen, der albanischen und der deutschen Nationalhymne.

    Argent Ferizi, der Vorsitzende des Vereins, konnte einige Gäste besonders begrüßen, darunter die Generalkonsulin der Republik Albanien in München, Gentiana Mburimi, den bayerischen Integrationsbeauftragten Karl Straub, den Münchener Stadtrat Delija Balidemaj, die Vorsitzendes des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen, Marita Emrich, und ihren Amtsvorgänger Sepp Steinbüchler. Ferizi ging kurz auf die Vorgeschichte der Unabhängigkeit des Kosovo ein, und einige Jugendliche des Vereins trugen dazu Texte und Gedichte vor.

    Gentiana Mburimi hob in ihrem Grußwort hervor, dass solche Feiern wichtig seien, um die Traditionen, die Kultur und die Sprache der Heimat an die junge Generation weiterzugeben. Sie bezeichnete es als wichtig, dass die Albaner sich am Wohnort integrieren, aber trotzdem ihre Traditionen bewahren. Karl Straub attestierte den Mitgliedern von Sali Çekaj „tolle Arbeit“, da sie sich nicht nur im Landkreis Pfaffenhofen und ganz Bayern, sondern auch in ihrer Heimat engagieren. „Sie sind ein fester Bestandteil Bayerns, und wir sind froh, dass Sie hier sind“, betonte Straub.

    Das bestätigte auch Delija Balidemaj, da der Verein seit über 20 Jahren großartige humanitäre Arbeit in der Heimat leiste. Die Verdienste von Sali Çekaj um die interkulturelle Arbeit in Pfaffenhofen hob Sepp Steinbüchler hervor. So habe der Verein schon vor 20 Jahren bei der Vorbereitung der ersten Interkulturellen Wochen in Pfaffenhofen tatkräftig mitgewirkt und sei von Anfang an ein fester Bestandteil des Internationalen Kulturvereins. Ein besonderes Zeichen hatte Sali Çekaj vor zehn Jahren mit der Aufstellung der Mutter-Teresa-Statue auf dem Platz neben der Pfaffenhofener Stadtpfarrkirche gesetzt. Und nicht zuletzt unterstützen die Mitglieder seit Jahrzehnten bedürftige Landsleute in ihrer Heimat, wo sie im Jugoslawienkrieg zerstörte Wohnhäuser wiederaufgebaut bzw. neu gebaut haben.

    Eine beliebte Gruppe des Vereins, die schon öfter in Pfaffenhofen einen Einblick in die Kultur ihrer Heimat gegeben hat, ist die Kinder- und Jugendtanzgruppe unter der Leitung von Shemsi Haziri und Rafet Muli, die auch an diesem Abend in ihren rot-weißen Trachten traditionelle albanische Tänze aufführte.

    Später kamen dann zu den typischen Reigentänzen viele Besucher – und vor allem Besucherinnen – auf die Tanzfläche. Für die richtige Stimmung sorgte dabei die im Kosovo recht bekannte Musikgruppe „Vellezerit Mziu“, zu Deutsch „Fünf Brüder“. Die beiden Sänger und drei Musiker sind wirklich fünf Brüder, die direkt aus Theranda nach Pfaffenhofen angereist waren.

    Argent Ferizi (links), der Vorsitzende des albanisch-deutschen Kulturvereins Sali Çekaj, mit einigen Ehrengästen bei der Unabhängigkeitsfeier. Im Bild weiter von links: die albanische Generalkonsulin Gentiana Mburimi, der Integrationsbeauftragte Karl Straub, der Münchener Stadtrat Delija Balidemaj, die Vorsitzende des Internationalen Kulturvereins, Marita Emrich, ihr Amtsvorgänger Sepp Steinbüchler und Vorstandsmitglied Gazmend Dashi.

  • Gastfreundschaft mit Tradition

    Gastfreundschaft mit Tradition

    Muslime laden Christen zum Fastenbrechen ein

    Ihre Gastfreundschaft hat Tradition: Die Pfaffenhofener Muslime der türkisch-islamischen Gemeinde Ditib laden seit über 20 Jahren im Fastenmonat Ramadan Vertreter anderer Religionen, aus Stadt und Politik, Schulen und Gesellschaft zum Fastenbrechen ein. Heuer findet dieses gemeinsame Fastenbrechen am Freitag, 6. März 2026, um 17.30 Uhr in der Moschee an der Hohenwarter Straße statt.

    Das Programm sieht neben dem gemeinsamen Essen auch Ansprachen sowie eine besonderen Tanzvorführung vor, und außerdem haben alle Interessierten die Möglichkeit, das Gebet im schönen Gebetsraum der Pfaffenhofener Ensar-Moschee mitzuerleben. Das Fastenbrechen bildet zugleich den Auftakt zu den Interkulturellen und Interreligiösen Wochen 2026 des Internationalen Kulturvereins (IKVP), die in den kommenden Monaten noch eine ganze Reihe von Veranstaltungen in Pfaffenhofen bieten.

    Der Fastenmonat Ramadan dauert in diesem Jahr vom 19. Februar bis zum 20. März. Für die Muslime ist dies eine ganz besondere Zeit, in der es nicht nur um den Verzicht auf Essen und Trinken geht, sondern auch um soziales Engagement und vor allem um die innere Hinwendung zu Gott. Das Fasten ist eines der wichtigsten Gebote des Islam. In dieser Zeit stehen Besinnung und Enthaltung im Vordergrund. Zudem gibt der Ramadan mit dem abendlichen Fastenbrechen allen Teilnehmern die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen und Beisammensein.

    Die Veranstaltung am 6. März beginnt im Saal der Moschee mit einer Begrüßung durch den neuen Ditib-Vorsitzenden Seyfettin Kilic und einer Vorstellung der neuen Ditib-Vorstandsmitglieder. Nach Grußworten stellt die Islamwissenschaftlerin und evangelische Theologin Susanne Odin die Aufgaben und Tätigkeiten ihrer Fachstelle für Interreligiösen Dialog und Islamfragen vor, die im Kirchenamt der evangelisch-lutherischen Landeskirche Bayern angesiedelt ist. Es folgen das Gebet der Muslime und das gemeinsame Essen sowie zum Abschluss ein „Tanz der Derwische“, dargestellt von der Kinder- und Jugendgruppe der Gemeinde unter der Leitung von Imam Coskun Öztürk.

    Essensausgabe
    Die Frauen der Ditib-Gemeinde bereiten immer ein köstliches Essen für die Besucher des Fastenbrechens vor.
    Die Teilnehmer des Fastenbrechens können auch das Gebet der Muslime im schönen Gebtsraum miterleben.

  • Weihnachtsbrief 2025 der IKVP-Vorsitzenden

    Liebe Mitglieder und Förderer
    des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen e.V,

    ein Jahr ist wieder vergangen. Für unseren Verein war 2025 ein arbeitsintensives, dennoch ein erfolgreiches Jahr, auf das wir stolz zurückblicken.

    Wir konnten schließlich dieses Jahr 8 Veranstaltungen organisieren oder daran teilnehmen.

    Wir nahmen an den „Wochen gegen Rassismus“ mit der Aktion „Lebendige Bibliothek“ teil.

    Am Neubürgerfest nahmen wir und unsere Ländergruppen teil. Die türkische, albanische, asiatische, rumänische und arabische Ländergruppe haben sich mit einem großen Angebot an traditionellen Gerichten beteiligt.

    An der Internationalen Nacht haben wir uns mit der Aktion „Nepal-Hilfe“ beteiligt. Unsere Ländergruppen haben alle Speisen gespendet. Die Einnahmen aus dem Verkauf in Höhe von 820 € haben wir je zur Hälfte an die „Nemaste Stiftung“ und „Gastroenterology Foundation“ gespendet. Beide Stiftungen engagieren sich seit Jahren für ein Non-Profit-Krankenhaus in Nepal. Unsere albanischen und rumänischen Tanzgruppen beteiligten sich am Kulturprogramm.

    Zusammen mit der türkischen Gemeinde DiTiB haben wir das Theaterstück „Sind Sie Ausländer? Nein, ich bin Türke!“, die neue Komödie des Theaters „Ulüm“, nach Pfaffenhofen gebracht.

    In Kooperation mit der Gemeinschaft des InterKulturGartens und dem AK Inklusion haben wir das „Picknick im Paradiesgarten“ mit ca. 50 Gästen organisiert.

    Anlässlich des Ehrenamtsfestes vom Landratsamt haben wir uns mit der Querflötenspielerin Anastasia Lytvin – zweiten Platz beim Bundes Wettbewerb „Jugend musiziert“ 2025 – und ihrem Bruder Markiian (Klarinette), der kosovo-albanischen Kindertanzgruppe und der rumänischen Tanzgruppe am Kulturprogramm beteiligt.

    Unser Jahresempfang hatte diesmal als Gast die rumänisch-orthodoxe Kirchengemeinde. Pfarrer Adrian Vasilache hielt einen Vortrag über die „Rumänisch-Orthodoxe Kirche in Bayern“ und Pfarrer Constantin Chirila präsentierte seine rumänisch-orthodoxe Kirche in Pfaffenhofen.
    Auch am Christkindlmarkt durften wir nicht fehlen. Unter dem Motto „Pfaffenhofen ist bunt“ haben wir zusammen mit „Pfaffenhofen ist bunt“ einen internationalen Probierabend am Vereinsstand angeboten. Die Besucherinnen und Besucher konnten Festtagsgebäck und traditionelle Spezialitäten aus acht Ländern probieren und die passenden Rezepte gleich mit nach Hause nehmen.

    Wie Sie bereits aus der Presse erfahren haben dürften, haben wir zurzeit keine Geschäftsstelle mehr, aber wir suchen weiter einen entsprechenden Raum für unseren Verein. Das Gebäude in der Rot-Kreuz-Straße wurde vom Besitzer an einen Pfaffenhofener Unternehmer vermietet, um daraus Wohnungen für seine Mitarbeiter zu machen. Unsere aktuelle Adresse ist nun Schlachthofstraße 2, 85276 Pfaffenhofen.


    Dieses Jahr fanden wieder neue Vorstands- und Beiratswahlen statt. Claudia Johannsen und Metin Hano haben sich vom Vorstand verabschiedet, Nidal Alasaad und Recep Bal wurden neu gewählt. Im Beirat fanden nur kleine Änderungen statt.

    Abschließend wünschen wir Ihnen ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2026. Bleiben Sie gesund!

    Mit freundlichem Gruß
    Marita Emrich
    1. Vorsitzende Internationaler Kulturverein Pfaffenhofen e.V.

  • Interkulturelle und Interreligiöse Wochen 2026

    Fastenbrechen in der Moschee und neue Ausstellung in der Reihe „Kunst deines Nachbarn“

    Alle zwei Jahre führt der Internationale Kulturverein Interkulturelle und Interreligiöse Wochen durch. 2026 steht die Veranstaltungsreihe mit vielen interessanten Terminen wieder auf dem Kalender.

    Den Anfang macht am Freitag, 6. März 2026 das traditionelle Fastenbrechen in der Moschee, zu dem die Pfaffenhofener Muslime viele Christen einladen. Näheres siehe hier

    Im Mai folgt dann die mittlerweile 7. Auflage der Ausstellungsreihe „Kunst deines Nachbarn“ in der Städtischen Galerie im Haus der Begegnung: Unter dem Titel „Zwischenwelten – Junge Kunst von nebenan“ zeigen fünf junge Künstlerinnen und Künstler aus Pfaffenhofen und Umgebung, deren familiäre Wurzeln in verschiedenen europäischen Ländern liegen, einen Querschnitt ihrer Arbeiten.

    Hanna Laura Emrich, Dinah-Charles Francis, Lea Ndreka, Loris van den Beld und Daria Zemerova präsentieren höchst vielfältige Zeichnungen und Gemälde, Fotos, Objekte und digitale Prints.

    Lea Ndreka: Que-Linh, digitale Zeichnung

  • Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde im Mittelpunkt

    Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde im Mittelpunkt

    Interessanter Jahresempfang der Religionen und Kulturen

    Sich kennenlernen, mehr voneinander erfahren und dadurch Vorurteile oder Unsicherheiten überwinden – darum ging es am Mittwochabend beim Jahresempfang der Religionen und Kulturen. Der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP) mit der AG Tisch der Religionen lädt dazu seit 2020 regelmäßig ein, und jedes Mal steht eine andere Religionsgemeinschaft oder Ländergruppe im Mittelpunkt. Diesmal stellte sich die Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde vor.

    Viel Schwung in den Saal des evangelischen Gemeindezentrums brachte dabei die rumänische Tanzgruppe unter der Leitung von George Coman mit Tänzen, Liedern und bunten Trachten ihrer Heimat. Ebenso sehenswert und auch köstlich war das rumänische Buffet, das fleißige Frauen vorbereitet hatten und das die Besucher nach dem offiziellen Teil des Abends bei anregenden Gesprächen genießen konnten.

    „In Pfaffenhofen muss Raum für jeden Menschen guter Gesinnung sein, unabhängig von seiner Religion“, betonte Bürgermeister Thomas Herker in seinem Grußwort. Ein gutes Miteinander der Religionen und Kulturen gebe es hier bereits seit vielen Jahren in einem „ehrlichen und ernsthaften Dialog“. Herker bedankte sich hier besonders bei Sepp Steinbüchler als „die Person, die den Dialog führt und aufrechterhält“. Steinbüchler seinerseits richtete ein Dankeschön an Marita Emrich, die den Internationalen Kulturverein seit 2021 leitet und als gebürtige Rumänin „die ideale Verbindungsfrau“ zur rumänischen Ländergruppe und zur orthodoxen Gemeinde ist.

    Den Einsatz des IKVP für den Zusammenhalt und ein gutes Miteinander in Offenheit und Respekt würdigte der Stellvertretende Landrat Karl Huber. „Gerade in Zeiten, wo manche anderes verbreiten“, sei ein gutes Zusammenleben über Religionen und Kulturen hinweg wichtig, meinte er und betonte: „Vielfalt ist Bereicherung, keine Bedrohung.“

    Referent des Abends, war der orthodoxe Pfarrer Pater Dr. Adrian Vasilache aus Landshut. Er stellte die Rumänisch-Orthodoxe Kirche in Bayern vor, und anschließend ging der Pfaffenhofener Pfarrer Constantin Chirila auf die örtliche orthodoxe Gemeinde ein, die seit ihrer Gründung vor sieben Jahren ständig wächst. Die beiden Pfarrer hatten sich 2018 gemeinsam auf die Suche nach einer Kirche gemacht, in der die im Landkreis Pfaffenhofen lebenden Rumänen Gottesdienst feiern könnten. Sowohl bei Bürgermeister Herker als auch bei Stadtpfarrer Albert Miorin waren sie auf offene Ohren gestoßen, sodass die junge Gemeinde seitdem jeden Sonntag die Spitalkirche nutzen darf. „Die Kirche ist für uns nicht nur ein Ort des Gebetes, sondern auch der Kultur, der Solidarität und der Gemeinschaft, um zusammen zu kommen“, erklärte Chirila.

    Das griechische Wort orthodox bedeute „rechtgläubig“, erklärte Pfarrer Vasilache, und eine ganz zentrale Bedeutung habe die Eucharistie. Dabei gebe es inhaltlich keinen Unterschied zwischen der griechisch-orthodoxen, russisch-orthodoxen oder rumänisch orthodoxen Kirche: „Nur die Sprache ist anders – und das Land, in dem die Kirche tätig ist.“

    In Deutschland, so führte Dr. Vasilache weiter aus, wurde die erste rumänisch-orthodoxe Gemeinde etwa um das Jahr 1860 in Leipzig gegründet, und zwar von rumänischen Händlern, die ihre Waren auf der Leipziger Messe anboten. Die Metropolie Nürnberg, zu der auch Landshut und Pfaffenhofen gehören, gibt es seit 1993. Inzwischen existieren in Bayern rund 30 rumänisch-orthodoxe Gemeinden.

    In ihrer Lehre sei die orthodoxe Kirche fast identisch mit der katholischen, erklärte Pfarrer Vasilache. Allerdings lehnen die Orthodoxen das Papstprimat ab. Während die katholische Kirche eine hierarchische Struktur hat, ist die orthodoxe Kirche eine Kollegialkirche, bei der alle Bischöfe gleichgestellt sind. Außerdem dürfen orthodoxe Priester heiraten – „aber nur einmal“, fügte Vasilache hinzu.

    Bei den anschließenden Gesprächen, Fragen und Antworten wurde deutlich, dass auch Theologen die anderen Religionen und Konfessionen noch zu wenig kennen und wie wichtig daher solche Begegnungen sind. „Wir müssen miteinander reden, weil wir Vieles nicht voneinander wissen und weil sich Vieles, auch in der Ökumene, weiterentwickelt hat“, meinte Sepp Steinbüchler, der den Abend leitete. „Die rumänische Gemeinde ist eine junge, aber sehr kontaktfreudige und aktive Gemeinde“, erklärte die IKVP-Vorsitzende Marita Emrich. Integration bedeute nicht nur die Sprache zu lernen, führte sie aus, sondern auch, sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen, um sich schließlich akzeptiert und zugehörig zu fühlen. „Und das machen die rumänischen Mitbürger seit Jahren.“ Dabei würden sie nicht nur ihre Arbeitskraft mitbringen, sondern auch ihre Geschichte, ihre Traditionen und ihren Glauben, was wiederum eine Bereicherung für die Gesellschaft sei. Auch Marita Emrich betonte: „Vielfalt ist keine Bedrohung, sondern eine Stärke.“

    Rumänische Tanzgruppe
    Die rumänische Tanzgruppe zeigte schwungvolle Tänze ihrer Heimat.

  • Neuwahlen beim IKVP: Marita Emrich bleibt 1. Vorsitzende

    Neuwahlen beim IKVP: Marita Emrich bleibt 1. Vorsitzende

    Marita Emrich (Bildmitte) bleibt Vorsitzende des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen (IKVP). Bei der Mitgliederversammlung am 24. Oktober 2025 im Hofbergsaal wurde sie einstimmig wiedergewählt. Ebenso einstimmig wurden ihre Stellvertreter Ardian Ndreka (rechts im Bild), Wolfgang Böhm (2. v. rechts) und Svitlana Ziskins (3. v. rechts) in ihren Ämtern bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Recep Bal (links) und Nidal Alasaad (3. v. links), nachdem die bisherigen Vorstandsmitglieder Claudia Johannsen und Metin Hano nicht mehr kandidiert hatten. Ebenfalls zum Vorstand gehört auch weiterhin der Integrationsreferent des Stadtrats, Martin Rohrmann (2. v. links). Marita Emrich bedankte sich bei ihren beiden ausgeschiedenen Vorstandskollegen und auch bei einigen weiteren besonders aktiven Mitgliedern für ihr Engagement.

    In ihrem Amt bestätigt wurden auch die Kassenprüferinnen Maria Yu und Renate Popp, und als Integrationsreferent des Stadtrates gehört Martin Rohrmann weiterhin dem IKVP-Vorstand an.

    Zustimmung gab es auch für die Beiratsmitglieder, die ihre Arbeitskreise, Gruppen und Organisationen im IKVP vertreten. Für die katholische Stadtpfarrei gehört Franz Sendtner dem Beirat an, die evangelische Gemeinde wird von Claudia Johannsen vertreten, die Neuapostolische Kirche von Wolfgang Böhm, und für die Rumänisch-Orthodoxe Kirche sitzt Pfarrer Constantin Chirila im Beirat. Die Caritas wird von Michaela Greguletz verteten, die vhs von Alice Köstler-Hösl, die KEB von Emilie Bergmeister und das Bündnis für Familie von Sonja Preller. Den AK Asyl im IKVP leitet Gaby Dettke, Sepp Steinbüchler führt die AG Tisch der Religionen und Kulturen, und Svitlana Ziskins leitet den AK Bildung und Sprache. Sieben Ländergruppen werden vom Verein unterstützt, und zwar der Albanisch-deutsche Kulturverein Sali Çekaj, vertreten durch Shemsi Haziri, die türkisch-islamische Gemeinde Ditib (Seyfettin Kilic), die arabischen Frauengruppen „A Sayel“ (Fatiha Chquobi) und „Al Salam“ (Wafaa Abou Baker) sowie die Ländergruppen Asien (Oanh Nguyen), Rumänien (Alina Bitea) und Ukraine (Viktoria Hartmann).

    Einen Bericht über die Mitgliederversammlung 2025 siehe hier.

  • Mitgliederversammlung 2025 mit Rückblick und Ausschau

    Die Aufgaben des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen (IKVP) sind vielfältig. Die Betreuung von Flüchtlingen, Integration von Ausländern, interreligiöse Arbeit und interkulturelle Veranstaltungen sowie eine Verbesserung des Miteinanders von Einheimischen und neuen Mitbürgern hat sich der Verein zum Ziel gesetzt. Einen Überblick über die geleistete Arbeit des vergangenen Jahres und die Planungen für 2026 gab die alte und neue IKVP-Vorsitzende Marita Emrich in der Mitgliederversammlung im Hofbergsaal.

    Bericht über die Neuwahlen des Vorstands und des Beirats siehe hier.

    2024 konnte der Kulturverein sein 15-jähriges Bestehen feiern, und das große Jubiläumsfest war ein Höhepunkt der Interkulturellen und Interreligiösen Wochen, die auch noch mit elf weiteren Veranstaltungen aufwarten konnten. Das vielfältige Programm reichte von der Ausstellung „Kunst deines Nachbarn“, bei der diesmal Kunst aus der Ukraine im Mittelpunkt stand, über Kermes und Fastenbrechen in der Moschee, Friedensgebet am Baum der Religionen, einen interkulturellen Film, einen Erzählnachmittag mit Märchen aus aller Welt, ein internationales „Picknick im Paradies“ und einen Vortrag über „Klimawandel und Klimagerechtigkeit“ bis zu einem weiteren Jubiläum: Seit 20 Jahren gibt es in Pfaffenhofen den christlich-islamischen Dialog, und das war Anlass für einen Vortrag über „Fundamentale Gemeinsamkeiten und Aufgaben“.

    Die aktuellen Einwohnerzahlen in Pfaffenhofen zeigen, dass der Anteil der Ausländer weiter leicht ansteigt. Nach einer Statistik der Stadtverwaltung leben 4.600 Ausländer in der Stadt, was einen Ausländeranteil von 16,4 Prozent bedeutet. Dabei spielen inzwischen andere Herkunftsländer eine große Rolle, denn die meisten neuen Migranten kommen aus Osteuropa, vor allem aus Bulgarien, Rumänien, dem Kosovo und der Ukraine. Wie Gabi Dettke, die Vorsitzende des AK Asyl im IKVP, berichtete, leben in staatlichen Unterkünften in der Stadt Pfaffenhofen derzeit noch 90 Asylbewerber und 145 Ukrainer.  

    Über die Integrationsleistung der Volkshochschule im Landkreis Pfaffenhofen berichtete die vhs-Leiterin Alice Köstler-Hösl. Bereits seit 2005 bietet die vhs Integrations- bzw. Sprachkurse für Ausländer an, und sie hat ihr Angebot in den letzten zehn Jahren stetig ausgebaut. Aktuell sind hier 17 Lehrkräfte und zwölf Prüferinnen im Einsatz. Derzeit besuchen 238 Personen einen Integrationskurs der vhs, und über 700 Teilnehmer haben in diesem Jahr verschiedene Deutschprüfungen absolviert.

    Alle zwei Jahre führt der IKVP Interkulturelle und Interreligiöse Wochen durch, und für 2026 sind bereits wieder einige Veranstaltungen, die immer fest zum Programm gehören, in der Planung. Wie Marita Emrich erläuterte, soll ein großes „Fest der Kulturen“ am 18. April einen besonderen Höhepunkt bilden. Und vielversprechend klingt auch die Planung für die nächste Ausstellung in der Reihe „Kunst deines Nachbarn“, bei der mehrere junge Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Nationalitäten ihre „Junge Kunst von nebenan“ präsentieren. Ideen und Anregungen für mögliche Aktionen und Veranstaltungen nehmen die IKVP-Vorsitzende und ihre Mitstreiter gern entgegen. Und natürlich sind auch Interessierte immer willkommen. Allen, die im Verein mitarbeiten, sagte Marita Emrich abschließend Dankeschön für ihr Engagement und sie fügte hinzu: „Unsere Mitbürger brauchen euch!“

  • Gutes Essen für einen guten Zweck

    Gutes Essen für einen guten Zweck

    Internationaler Kulturverein unterstützt Hilfsprojekte in Nepal

    Gutes Essen für einen guten Zweck hat der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP) bei der Internationalen Nacht am 6. Juli 2025 auf dem Hauptpatz angeboten. Die verschiedenen Ländergruppen im Verein hatten kulinarische Spezialitäten aus ihrer Heimat gekocht und gebacken und verkauften diese bei der großen Open-air-Veranstaltung des städtischen Kultursommers. Der gesamte Erlös kam Hilfsprojekten in Nepal zugute.

    Angeboten wurden herzhafte und süße Köstlichkeiten aus der Ukraine und der Türkei, aus Rumänien und Albanien, aus Vietnam und Arabien, aber auch aus Bayern. Sämtliche Einnahmen gingen an zwei Projekte in Nepal.

    Der Pfaffenhofener Arzt Dr. Volker Stagge hat bereits seit vielen Jahren enge Kontakte nach Nepal, wo er in seinem Urlaub regelmäßig ohne Bezahlung in einem Krankenhaus mitarbeitet und dem dortigen Personal wertvolle Anleitungen gibt. Zwei Stiftungen, in denen Stagge mitarbeitet, hat der Internationale Kulturverein mit dem Essensverkauf unterstützt: die Gastroenterology Foundation e.V., die unter dem Leitwort „Bessere Medizin für die Ärmsten der Welt“ die endoskopische Abteilung des Dhulikhel Hospitals in Nepal fördert, und die Namaste-Stiftung, die sich vor allem eine Verbesserung der medizinischen Bedingungen der Menschen in der Region von Dhulikhel mit einem Einzugsgebiet von rund zwei Millionen Menschen zum Ziel gesetzt hat.

    Volker Stagge ist Gründungsmitglied des IKVP und freute sich sehr über die Unterstützung für seine ehrenamtliche Arbeit.

    Am Essensstand mit internationalen Köstlichkeiten (von links): die IKVP-Vorsitzende Marita Emrich, Dr. Volker Stagge und Oanh Nguyen, die Leiterin der Ländergruppe Asien im IKVP. Foto: Emrich
  • IKVP feierte doppeltes Jubiläum

    IKVP feierte doppeltes Jubiläum

    Vielfältig und international – aber ohne die Ehrenamtlichen geht nichts!

    Die bunte Vielfalt der verschiedenen Ländergruppen, aber auch die Bedeutung des Ehrenamts standen beim Jubiläumsfest des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen (IKVP) am 8. Juni 2024 im Mittelpunkt. Der Saal im katholischen Pfarrheim platzte aus allen Nähten, und mit Musik und schwungvollen Tänzen gaben vor allem die Kindergruppen des Vereins lebhafte Einblicke in die Kultur ihrer Länder.

    Unter dem Motto „Die Erde ist bunt, und wir sind mittendrin“ begrüßten einige Mädchen und Buben des Kindergartens St. Michael die Besucher in verschiedenen Sprachen und mit kunterbunten Länderfähnchen. Viel Stimmung in den Saal brachten auch die Tanzgruppen der rumänischen und der ukrainischen Ländergruppe sowie des albanisch-deutschen Kulturvereins Sali Çekaj in ihren hübschen Landestrachten. Und ein junges Geschwisterpaar zeigte besonderes musikalisches Talent: Anastasia und Markian Lytvin spielten auf Querflöte und Klarinette ein ukrainisches Volkshochzeitslied. Den Abschluss des Abends bildete schließlich ein internationales Buffet, zu dem viele Besucher Spezialitäten ihrer Länder beigetragen hatten.

    Ein doppeltes Jubiläum gab es an diesem Abend zu feiern: Der IKVP widmet sich seit 15 Jahren der Integration der hier lebenden ausländischen Mitbürger, und die Grundlage dafür wurde bereits vor 20 Jahren mit dem Beginn des christlich-islamischen Dialogs geschaffen. Initiator und Motor war damals Sepp Steinbüchler. Er leitete den Verein auch zwölf Jahre lang als Vorsitzender und wurde jetzt von seiner Nachfolgerin Marita Emrich zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Bei weiteren Ehrungen erhielten seine langjährigen Mitstreiter sowie besonders verdiente Mitglieder Urkunden als Ehrenmitglieder überreicht.

    Ein großes Dankeschön richtete Marita Emrich an alle, die im Verein mitarbeiten, und an die Organisationen, die ihn unterstützen. Sie nannte vor allem die Stadt mit ihren finanziellen Leistungen, außerdem den Landkreis, die Caritas und viele mehr. Eine ganz wichtige Rolle spielen auch die christlichen Kirchen sowie die türkisch-islamische Ditib-Gemeinde. Fünf Ländergruppen werden vom Verein unterstützt, leisten hier aber im Gegenzug auch wertvolle Arbeit. Die jüngste Ländergruppe bilden die Ukrainer, und in ihrem Namen bedankte sich Svitlana Ziskins bei Marita Emrich, die mit ihrem Engagement dafür sorge, „dass sich hier jeder gehört und verstanden, also angekommen fühlt“.

    Eine ganz wichtige Rolle spielt im IKVP auch der Arbeitskreis Asyl, der 2012 gegründet wurde und vor allem ab 2015 Großes geleistet hat. In Spitzenzeiten waren im AK Asyl 200 Ehrenamtliche im Einsatz, um Flüchtlinge zu unterstützen, und wenn auch viele von ihnen u. a. wegen Überforderung oder auch in der Coronakrise ihre Arbeit beendet haben, gibt es doch immer noch etliche Aktive, die sich regelmäßig um Flüchtlinge und Asylbewerber in Pfaffenhofen und Umgebung kümmern. 

    Der 2. Bürgermeister Roland Dörfler bezeichnete den Internationalen Kulturverein als einen „wichtigen Aktivposten der Kommune“, da sich hier Bürgerinnen und Bürger konstruktiv in das Gemeinwesen einbringen. „Vielfalt ist das beste gegen die Einfalt“, erklärte Dörfler, denn die Vielfalt der Kulturen sei eine Chance für die Gesellschaft und ohne sie wäre das Zusammenleben in der Stadt ärmer.  

    Dass Integration nur im Dialog gelingen kann und daher der IKVP von Anfang an auf dem richtigen Weg ist, hob der Landtagsabgeordnete Karl Straub hervor, der seit einigen Monaten als Integrationsbeauftragter der bayerischen Staatsregierung fungiert. Bezugnehmend auf aktuelle rechtsextreme Äußerungen fragte er: „Wer sind eigentlich die Menschen, die unsere Gesellschaft am Laufen halten?“ und brach eine Lanze für die vielen ausländischen Mitbürger, die in den Krankenhäusern und in der Altenpflege sowie in vielen Firmen und Betrieben dringend notwendige Arbeit leisten. „Integration ist nicht Anpassung, sondern Augenhöhe“, meinte Straub, und das laufe in Pfaffenhofen sehr gut.

    „Nur im Miteinander haben wir das geschafft“, richtete Sepp Steinbüchler sich in seinem Rückblick an alle, die mit ihm zusammengearbeitet und ihn unterstützt haben. Er ging ausführlich auf die Entstehung und Entwicklung des Vereins ein, der sich im Laufe der Jahre immer wieder an veränderte Gegebenheiten und aktuelle Ereignisse anpassen musste. Er erzählte von seinen ersten Kontakten zur türkisch-islamischen Gemeinde, die ihren Gebetsraum damals noch im alten Brauereigebäude an der Kellerstraße hatte, und die die gleichen Wünsche hatte wie z.B. die Albaner des Vereins Sali Çekaj und die anderen ausländischen Gruppen: Sie wünschten sich Räume, in denen sie sich treffen konnten. Sie wollten ihre Religion und ihre Kultur leben können und wollten ihre Kultur auch der deutschen Bevölkerung zeigen.

    Diese Gelegenheit gab ihnen der IKVP 2008 erstmals durch die Interkulturellen und Interreligiösen Wochen, die auf Anhieb ein großer Erfolg wurden und aktuell bereits zum 9. Mal durchgeführt werden. Den Wunsch nach Räumen konnten sich zumindest die Türken in Pfaffenhofen erfüllen. Ihre Moschee ist längst ein Vorzeigeprojekt in Pfaffenhofen, das es aber ohne den Internationalen Kulturverein wohl nicht geben würde. „Hier ist es dem Verein gelungen, alle Organisationen in ein Boot zu holen, und das wurde von der Politik auch unterstützt“, erinnerte sich Sepp Steinbüchler und betonte: „Das gilt auch weiterhin: Wir müssen an einem Strang ziehen!“ Bei aller Freude über die positive Entwicklung des Vereins und das inzwischen Erreichte äußerte Steinbüchler aber auch deutliche Kritik: Schon bei der Gründung im Jahr 2009 habe es geheißen: Die Ausländer bekommen durch den Verein eine Stimme. „Aber sie haben keine direkte Stimme“, betonte Steinbüchler, „denn es gibt keinen Migrationsbeirat in Pfaffenhofen.“ Nach wie vor – vor 15 Jahren ebenso wie heute – werde die Schaffung eines Migrationsrates von den Stadtoberen und dem Stadtrat abgelehnt, „und das war und ist ausländerunfreundlich“.

    Die ukrainische Kindertanzgruppe bekam viel Applaus.
    Mit „grias di“ und „ni hao“: Kindergartenkinder von St. Michael begrüßten die Gäste in verschiedenen Sprachen.
    Die albanische Kinder- und Jugendtanzgruppe trat auf.
    Anastasia und Markian Lytvin spielten auf Querflöte und Klarinette ein ukrainisches Volkshochzeitslied.
    Sepp Steinbüchler (rechts)wurde von Marita Emrich zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Mit im Bild IKVP-Schatzmeister Ardian Ndreka.
    Langjährige und verdiente Mitglieder wurden geeehrt.
    Unter den Besuchern waren auch viele Ehrengäste.
    Den Abschluss des Abends bildete ein internationales Buffet.